Optionsbewertung von Grund auf
1/5Innerer Wert
Der einfache Teil. Der innere Wert ist das, was die Option genau jetzt wert wäre, wenn Sie sie sofort ausüben würden.
Für einen Call: max(S - K, 0). Liegt der Spot über dem Strike, können Sie zu K kaufen und zu S verkaufen und die Differenz einstreichen. Liegt der Spot unter dem Strike, würden Sie niemals ausüben — der innere Wert ist null.
Für einen Put: max(K - S, 0). Gleiche Logik, umgekehrte Richtung.
Ziehen Sie unten den Spot-Preis. Der grün schattierte Bereich ist der innere Wert — der Betrag, den Sie erhalten würden, wenn Sie den Call jetzt sofort ausüben.
Beachten Sie: Der innere Wert ist nie negativ. Unterhalb des Strikes ist er null — nicht negativ. Sie haben das Recht auszuüben, nicht die Pflicht.
Extrinsischer Wert
Der interessante Teil. Der extrinsische Wert ist alles in der Prämie oberhalb des inneren Werts. Er ist der Preis der Möglichkeit.
Extrinsic = Premium - Intrinsic
Man nennt dies auch Zeitwert. Sie zahlen für die Chance, dass die Zukunft anders sein wird als die Gegenwart. Eine OTM-Option hat null inneren Wert — ihre gesamte Prämie ist extrinsisch. Sie wetten auf Bewegung.
Bewegen Sie den Spot-Slider und beobachten Sie die gestapelten Balken. Der grüne Balken ist der innere Wert. Der blaue Balken ist der extrinsische Wert. Zusammen ergeben sie die gesamte Prämie.
Tief im Geld (ITM): überwiegend innerer Wert. Weit aus dem Geld (OTM): rein extrinsisch. ATM: der höchste extrinsische Wert, denn dort ist die Unsicherheit, ob die Option ITM oder OTM endet, am größten.
Was den extrinsischen Wert antreibt
Zwei Kräfte: Zeit und Volatilität. Mehr von beidem bedeutet mehr extrinsischen Wert.
Zeit: Mehr Zeit bis zum Verfall bedeutet mehr Chancen für den Basiswert, sich günstig zu bewegen. Eine Option mit 6 Monaten Restlaufzeit hat mehr extrinsischen Wert als eine mit 1 Woche.
Volatilität: Ein wilderer Basiswert bedeutet größere potenzielle Bewegungen. Höhere implizite Volatilität erhöht den extrinsischen Wert über alle Strikes hinweg.
Ziehen Sie beide Slider. Beobachten Sie, wie alle drei Balken — ITM, ATM, OTM — reagieren. Beachten Sie, dass ATM immer den höchsten extrinsischen Wert hat, unabhängig von Zeit- oder Volatilitätseinstellungen.
Das Moneyness-Spektrum
Tief ITM, ITM, ATM, OTM, weit OTM. Ein einziger Streifen, der zeigt, wie sich die Zusammensetzung der Prämie über die Strikes verschiebt.
Dieses Diagramm zeigt eine Call-Option mit Spot bei $100. Jeder Ausübungspreis hat eine andere Mischung aus innerem und extrinsischem Wert. Ziehen Sie den Strike-Slider und beobachten Sie, wie sich die Zusammensetzung ändert.
Niedrige Strikes (tief ITM): Die Option besteht fast nur aus innerem Wert — sie verhält sich wie der Besitz des Basiswerts. Hohe Strikes (weit OTM): Die Option ist rein extrinsisch — ein günstiges Lotterielos auf eine große Bewegung.
Die grüne Fläche ist der innere Wert. Die blaue Lücke zwischen der Prämienlinie und der Linie des inneren Werts ist extrinsisch. Beachten Sie, wie die Lücke nahe ATM ihren Höhepunkt erreicht.
Zeitwertverfall in Aktion
Der extrinsische Wert verfällt nicht linear. Er schmilzt zunächst langsam und beschleunigt sich dann nahe dem Verfall. Das ist Theta.
Drücken Sie auf Play und beobachten Sie, wie eine ATM-Option über ein Jahr ihren extrinsischen Wert verliert. Die Kurve ist keine Gerade — sie ist konkav. Die letzten Wochen vernichten mehr Wert als die ersten Monate.
Deshalb ist das Verkaufen von Optionen nahe dem Verfall (und das Kaufen mit viel Restlaufzeit) eine Kernstrategie. Theta arbeitet für den Verkäufer und gegen den Käufer.
Bei Verfall gilt: extrinsischer Wert = 0. Die Option ist genau ihren inneren Wert wert, nicht mehr. Das ist das Settlement.
So geht es weiter:
Prämie — die vollständige Prämien-Referenz
Griechen — Theta, Delta und die anderen Sensitivitäten
Black-Scholes — das Modell, das alles bepreist